Unsere Veranstaltungsberichte

30.03.2020

Brensing

Die Sprache der Tiere

 

Der Meeresbiologe, Verhaltensforscher, Forschungstaucher und Autor Dr. Karsten Brensing referierte am Freitag, den 06. März für den Naturheilverein Mosbach in den Räumen der Alten Mälzerei. Als kleiner Junge wollte er schon immer Tiere verstehen, vor allem seinen Hund. Der Fernsehsendung „Flipper“ sei es geschuldet, dass er Meeresbiologe wurde. Bis 2015 arbeitete er 10 Jahre für die Internationale Umweltschutzorganisation. 2017 schrieb Brensing sein 1.Buch: „Das Mysterium der Tiere“, es folgten das Buch „Die Sprache der Tiere“ und der Spiegelbestseller und das mit dem Jugendpreis ausgezeichnete Kinderbuch: „ Wie Tiere denken und fühlen“.


Auf die erste Frage des Referenten, wer lebt mit einem Tier zusammen, wer kann sein Tier verstehen folgten viele ausgestreckte Hände nach oben. Anhand eines großen Experiments, dass Tiergeräusche aufzeichnete und Studenten herausfinden sollten, ob ein Tier wie die Meise, der Rabe, der Alligator, der Frosch oder der Berberaffe gerade entspannt oder erregt seien, stellte man fest, dass die Studenten das genau unterscheiden konnten. Jede Art habe sein eigenes Kommunikationssystem, seit 370 Million Jahre erkennen Tiere schon den inneren Status der anderen Tierarten und so ermunterte der Verhaltensforscher in die Akustik der Tiere hineinzuinterpretieren. Es gäbe sogar Humor im Tierreich, wie Dr. Brensing anhand eines Videos zwischen einem Mensch und einem Orang-Utan zeigte. Mit einer kurzen Zeitreise von der Steinzeit bis ins Mittelalter zeigte der Referent das Tierbild im Wandel der Zeit. Seit ca. 100 Jahren hätten wir durch Brehm mit seinem Werk „Das Brehmsche Tierleben“ ein besseres Verständnis für Tiere bekommen. Genau wie beim Menschen würde auch bei Tieren das Denken und Fühlen durch Steuermechanismen geregelt.


Am Beispiel von der Partnerwahl erklärte der Tierexperte wie uns die Nase dabei helfe. Mensch und Tier könnten das Immunsystem des Gegenübers riechen. Man suche den Partner, der das eigene Immunsystem ergänzt, damit die Nachkommen wieder mit einem gesunden Immunsystem ausgestattet würden.  „Unser Immunsystem sei richtig genial“, begeisterte sich der Referent. Tiere haben Humor und können Spaß haben. Spielen sei viel älter, als wir denken, was man am Spielverhalten der Schildkröte erkennen könne. Ein Vogel müsse nur zwei Wochen im Jahr singen: Erstens um sein Territorium zu verteidigen und ein zweites Mal um bei der Partnerwahl sein Weibchen zu bezirzen. Aber aus Spaß sängen die Vögel das ganze Jahr über. Das Hormon Dopamin, das für das Belohnungssystem zuständig sei, wäre der Grund, warum wir Menschen arbeiten würden und auch die Tiere spielten, sängen und Spaß hätten. Fehle dieses Hormon, höre der Vogel auf zu singen und der Mensch höre auf zu arbeiten und könne sich an nichts mehr freuen. Am Experiment mit einem Hamsterrad, das in die freie Wildbahn gestellt wurde, habe man erkannt, dass Wildhamster aber auch Exen, Mäuse, Frösche und Nacktschnecken Spaß an diesem Rad hätten.


Mit Bildern von surfenden Schwänen und Vögel, die auf dem Dach Ski fahren, ergänzte er die Erkenntnis, dass Tiere Spaß empfinden könnten. Dass Tiere auch denken könnten, wurde anhand von etlichen Beispielen auch deutlich. Die Katze überlege, wo könnte meine Beute sein, wenn die Maus entwischt ist, das nenne man Objektpermanenz. Bienen könnten Kunstwerke z.B. Gemälde von Miro von Picasso unterscheiden. Logisches, abstraktes und strategisches Denken führte der Tierforscher ebenfalls an experimentellen Beispielen vor. Menschenaffen teilten mit 24 Gesten einen nonverbalen Wortschatz und dies sei angeboren. Das sogenannte „Pointing“ (Zeigen auf etwas) z.B. ein Hund zeige durch Blickkontakt zu seinem Herrchen auf den Fressnapf, um ihm zu sagen, dass er Futter möchte. Das unterschiedliche Verhalten von Erdmännchen (Raubtieren) und Erdhörnchen (Nagetiere) zeigte er an einem lustigen Beispiel. Wenn Erdmännchen auf Beutejagd gingen, würden Andere aufpassen und Signalrufe geben, wenn Gefahr drohe. Die Erdhörnchen passten auch auf bzw. sie würden nur so tun, damit sie den sog. lockeren Job hätten und nicht jagen müssten. Tiere hätten gelernt, sich an der Sprache zu erkennen, sie würden wissen, dass es andere Individuen gäbe. Hunde könnten sich gegenseitig an der Stimme erkennen. Vor 25 Jahren habe man erkannt, dass Orcas  einen Dialekt sprächen, Mäuse übrigens auch. Der Dialekt stehe am Beginn der Vokale. Alle Tiere, die vokales Lernen besäßen, hätten ein Rhythmusgefühl, sie könnten die Töne hören, verstehen, verarbeiten und lernen. Dies hätten aber nur wenige Tiere. Seit jeher versuche man Tieren menschliches Sprechen beizubringen. Delphine, Schimpansen und Papageien könnten einfache Grammatik verstehen und anwenden. Den Schimpansen habe man Gebärdensprache beigebracht. Die Forscherin Irene Pepperberg habe an ihrem Papagei „Alex“ zeigen können, wie er zu einem sog. Smalltalk fähig wäre.


Seit kurzem sei es erst möglich, durch die verbesserten Geräte und Medien Forschungen in freier Natur zu betreiben. Der Rotscheitelsäbler könne z. Beispiel zwei Laute zusammenziehen und dadurch Worte bauen. Die Meisen würden in ihrer Kommunikation Grammatik anwenden durch Regeln, die ihnen helfen würde die Gemeinschaft zu schützen. Auch Höflichkeit kenne man unter den Tieren, da man um die Vorteile wisse, wenn man einem Ranghöheren freundlich begegne. Tauben beherrschen sogar Rechtschreibung. Durch das Belohnungssystem habe man ihnen ca. 100 englische Vokabeln gezeigt, sie danach belohnt, so hätten sie in kurzer Zeit die richtigen Vokabeln von den falschen unterscheiden können. Auch wenn korrekte mit fehlerhaften, unbekannten Vokabeln gemischt wurden, wären sie von den Tauben trotzdem als falsch erkannt worden, was darauf schließen ließe, dass es ein Regelwerk im Gehirn gäbe. Viele Tierbücher seien schon veraltet, da die Forschungen und Erkenntnisse immer weiter gingen. Zum Schluss stellte der Tierfreund eine Organisation vor, der er angehöre. IRI (Individual Rights Initiative).


Im Moment hätten 45.000 Schweine zusammen mit 3 Personen, von dem der Referent zu einer gehöre, eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, um für ihre Rechte nach einem artgerechten Leben zu kämpfen und einzustehen. Die Zeiten der brutalen Ausbeutung unserer tierischen Mitbewohner dieses Erdballs sollten vorbei sein, die Zeit eines fairen Miteinanders müsse beginnen, weil wir es heute besser wissen würden.


gez. Monika Kretz


2.03.2020

Ehrungen

Never change a winning Team…

Der Naturheilverein Mosbach ehrte langjährige Mitglieder

Nach dieser Devise entschieden sich die anwesenden Mitglieder des Naturheilvereins Mosbach und Umgebung e.V. bei der Jahreshauptversammlung einstimmig für das bewährte Vorstandsleitungsteam.

Rolf Ehrle, neben Monika Kretz und Gabi Nießen einer der drei im Leitungsteam des Vorstandes, eröffnete die Jahreshauptversammlung des Naturheilvereins, indem er soviel Mitglieder wie sie noch nie zu solch einer Versammlung kamen, begrüßte. Er drückte seinen Dank für die Treue der anwesenden Mitglieder zum Verein aus, zumal der Naturheilverein dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern werde und dies nur durch die Mitgliedschaft langjähriger Freunde des Vereins möglich würde. 

Bevor die Sitzung begann, führte Elke Edin, DanseVita-Tanztherapeutin und im Beirat des Vorstandes tätig, die Anwesenden in vier kleinen Tänzen, an denen sich Alle beteiligten in Ihre Arbeit und in das Erleben unserer hoffentlich in Zukunft wieder etwas entschleunigten Zeit ein. Für zwanzig Minuten herrschte so im Foyer der Alten Mälzerei ein reges, buntes Treiben.

Mareike Ühlein, seit längerem Kassiererin des Vereins widmete sich anschließend eher nüchternen aber insgesamt doch erfreulichen Zahlen. Sie berichtete, dass der Verein gut dastehe. Sie gab einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben, welchen die Zuhörer auch optisch aufbereitet auf einer Präsentation verfolgen konnten. Michael Kretz erläutere danach die von ihm und Birgit Strey  durchgeführte Kassenprüfung. Beide – so Michael Kretz – konnten keine Beanstandungen erkennen.

Gabriele Landauer – ebenfalls aktiv im Beirat des Naturheilvereins in der Mitgliederverwaltung stellt in der Folge die Mitgliederstatistik der letzten Jahre vor. Es zeigte sich, dass sich die Mitgliederzahl seit Jahren konstant so um die 300 bewegt. Leider stellten  jüngere Mitglieder eher die Ausnahme dar. Auch deshalb wäre die Internetpräsenz des Vereins (www.naturheilverein-mosbach.de) überarbeitet worden. Die Veranstaltungen des Vereins würden nun auch in den neuen Medien (Facebook, Instagram etc.) vorgestellt und beworben, um die Mitgliedschaft oder den Besuch dieser Veranstaltungen auch für junge Familien attraktiv zu gestalten. Es sei ganz einfach, die Termine und Daten direkt auf das Smartphone zu übertragen.

Nachdem Monika Kretz im Jahresrückblick über die interessanten Veranstaltungen von 2019 berichtete, wurden zahlreiche Mitglieder des Vereins geehrt, welche bereits auf eine  20 oder gar 25-jährige Vereinsmitgliedschaft zurückblicken können. Allen voran, so führte Monika Kretz aus wäre hier Karin Ried zu nennen, welche die Idee zur Gründung dieses Vereins hatte, und dieses Vorhaben am 31. Januar 1995 mit 21 Personen im ev. Kindergarten Villa Kunterbunt in Diedesheim umgesetzt hat. Karin Ried leitete lange Jahre den Verein mit viel Herzblut. Als Heilpraktikerin sei es ihr immer wieder eine Herzensaufgabe, vielen Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Einige dieser oben erwähnten 21 Gründungsmitglieder waren bei der Versammlung dabei und wurden gemeinsam mit den Mitgliedern, welche später in den Verein eingetreten waren vom Vorstand und den Beiräten geehrt. Monika Kretz führte aus, dass für sie persönlich der Eintritt und die seither aktive Mitarbeit im Verein eine der wichtigsten Entscheidungen in ihrem Leben gewesen wäre. Durch den Austausch, die mittlerweile über 300 Vorträge und unzähligen Seminare, hätte sie Eigenverantwortung, Intuition und Glaube an die Selbstheilungskräfte durch Berücksichtigung von Körper, Seele und Geist gewonnen. Damit sprach sie vielen Anwesenden aus der Seele, wie die rege Diskussion zeigte.

Einen Blumenstrauß bekamen Gabriele Landauer und Mareike Ühlein für ihr Engagement in Sachen Wanderschuhe: Beide organisieren und führen Interessierte Wanderbegeisterte im Namen des Naturheilvereins über den Neckarsteig und machen dadurch unsere regionale Natur für viele Menschen hautnah erlebbar. Gabriele Landauer  führte aus, dass auch im aktuellen Programm wieder Wanderungen angeboten werden.

Einziger Wehrmutstropfen der Sitzung war, dass der Vorstand gezwungen war, nach Jahren konstanter Mitgliedbeiträge, diese leicht an zu heben. Ab er auch dies wurde von den Versammelten einstimmig abgesegnet.

Nach der Entlastung des Vorstandes wurde Elke Wagner – langjähriges Mitglied im Beirat des Vereins – zur Wahlleiterin gewählt und absolvierte die Neuwahl des neuen/alten Vorstands mit Bravour. Einzig Elke Edin wurde neu als Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit gewählt, ein Amt das sie bereits ein Jahr kommissarisch erledigte.

                                                       Bericht für die RNZ,                           gez.: Rolf Ehrle   2.3.2020


15.02.2020

Tanzworkshop „Bewegung mit Leib und Seele“ 

Petra Birkefeld am 15.02.2020 in der Alten Mälzerei

Mosbach. Petra Birkefeld, Tanztherapeutin (BTD) aus Mosbach, gestaltete für den Naturheilverein Mosbach einen Workshop mit viel Tanz und geführten Körperübungen, der Leib und Seele in Bewegung brachte. Birkefeld ist nach den Kriterien des Berufsverbandes Deutscher TanztherapeutInnen (BTD) zur Tanztherapeutin ausgebildet. Birkefelds Einführung machte deutlich, dass diese BTD-Ausbildung auch befähige, psychotherapeutisch in Kliniken oder in eigener Praxis zu arbeiten. Tanztherapie eigne sich für Kinder, Männer und Frauen jeder Altersgruppe und Fitnesszustand. Sie fördere auch Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungsfähigkeit.

Die Grundlage von Tanztherapie sei die Überzeugung, dass sich die Seele des Menschen im Körper ausdrücke. Eine der Pionierinnen der Tanztherapie, Trudi Schoop, sagte gar, dass „das Wesen des Menschen … von zwei Seiten beeinflussbar“ sei: Von der seelischen, wie auch von der körperlichen Seite initiiert, können Prozesse in Gang kommen, die neue Erkenntnisse und Erfahrungen bescheren und den Menschen verändern. Diese enge Verbindung zwischen Körper und Seele sei inzwischen durch die Forschung vielfach belegt, insbesondere die Säuglingsforschung könnte die Ideen und Vorgehensweisen der Tanztherapie ganz deutlich bestätigen.

In der Bewegung könne die Vielfalt des körperlichen und damit auch des seelischen Repertoires erweitert werden. Bestehende Themen in Bewegung umgesetzt, könne neue Erfahrungen bringen. Wichtig sei daher, so Birkefeld, die Impulse des Körpers wahrzunehmen und zu lernen, immer genauer hinzuspüren. Daher leitete sie die einzelnen Übungen mit Fragen zum genaueren Hinspüren an und bereitete mit angeleiteten Körperübungen vor. Kurze Austauschrunden gaben zwanglos die Möglichkeit, über Erfahrenes zu sprechen und sich so über neue oder alte Impulse bewusst zu werden.

Das Leit-Thema des Workshops könne mit der Überschrift „Ich, in meiner Kraft und in meinen Grenzen, in Kontakt mit den Anderen“ umschrieben werden.

Bei Körperübungen im Liegen und Stehen erfuhren die Teilnehmer Entspannung und die Sicherheit des Getragen-Werdens durch die Erde. Langsam und im individuellen Tempo der Teilnehmer wurde die „innere Aufrichtung“ zu einem neuen Erfahrungswert. Mit dem Wechselspiel von „bei sich sein“ und „sich Raum nehmen“ konnte tänzerisch experimentiert werden. Die eigene „Haltung“, sowohl in seelischer wie auch in körperlicher Hinsicht, wurde dabei spielerisch ausgedrückt. Birkefeld: „Das Vertrauen in die Ausdruckskraft des eigenen Körper wird gefestigt“.

Ein Nachmittag bei dem zu Musik und mit viel Tanz experimentiert und verschiedene Qualitäten und Ausdrucksweisen probiert werden konnten. Zwischen den angeleiteten Übungsteilen gab Birkefeld viel Raum, frei der Musik zu folgen und alles heraus zu tanzen, was noch in jedem persönlich steckte. Platz gab es genug im Raum „Tenne“ in der Alten Mälzerei. Wer es erlebt hat weiß: Im freien Tanz fühlt man sich lebendig und stark, kommt direkt und spielerisch in Kontakt mit sich selbst und anderen und stärkt die Persönlichkeit.

Cornelia Schulz


31.01.2020

Lebendige Klangwelt - Sanfte Reise mit Gong und Klangschalen

Workshop von Elke Wagner am 31.01.2020 in der Alten Mälzerei 

Mosbach. Mit einem Workshop mit Klangschalen, Gong und vielen Matten, Decken, Kerzen sowie heimeliger Lichtstrahlung begann das Jahresprogramm des Naturheilvereins Mosbach. Elke Wagner, Klangmassage-Praktikerin aus Mosbach, gestaltete einen Workshop zur „lebendigen Klangwelt“. Sie hat vor 6 Jahren mit ihrer Ausbildung bei Isabelle Breitenbach begonnen und sei auch noch heute fasziniert von der Vielfalt der Klänge aus Klangschalen, Gong und Koshis, die gut miteinander harmonieren.

Bevor die Töne erklangen und die Klangkörper zu schwingen begannen, ging Wagner auf die Geschichte, die Arten sowie deren Herkunft ein.

Klangschalen werden schon seit Jahrtausenden in Asien verwendet. Sie wurden damals nicht nur als Musik-Instrumente und Meditationsobjekte, sondern auch als Kochtöpfe und Schalen für Speis und Trank verwendet.

Es gebe Unterschiede in Größe, Form, Zusammensetzung sowie Stärke und somit auch in der Wirkungsweise und in deren Gestaltung. Früher wurden die Schalen ausschließlich in der Hitze gehämmert. Mittlerweile werden spezielle Klangschalen auch teilweise gegossen. Die Schalen bestünden aus unterschiedlichen Metall-Legierungen. Die bekanntesten Bestandteile seien Kupfer, Bronze, Messing, Zink, Silber und Gold.

Ihre Schwingungen und Klänge wirken wohltuend auf Körper, Geist und Seele und aktivieren die Selbstheilungskräfte. Sie können Blockaden lösen und körperliche Schmerzen lindern. Die Klänge der Klangschalen und das Zusammenspiel mit dem Gong fördern eine Tiefenentspannung oder auch, je nach Art des Spielens, die Kreativität. Viele weitere Einsatzmöglichkeiten und positive Effekte wurden von Wagner dargelegt. Der Mensch, mit seinem sehr hohen Wasseranteil, sei der reinste Klangkörper.

Die Schalen würden mit diversen Schlägeln und Klöppeln aktiviert. Diese unterscheiden sich ebenso in Größe und Art. So erzeuge man je nach Einsatz weiche und tiefe Töne oder auch laute und hohe.

Der Gong gehöre zu der Instrumentengattung „Selbstklinger“. Gongs zählen zu den ältesten und wichtigsten Musikinstrumenten Südostasiens. Die Ursprünge lassen sich bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Die weitverbreitete Vermutung, der Gong stamme ursprünglich aus China, sei falsch. Entstehungszentren waren u. a. Korea, Vietnam, Tibet, Indien, Thailand und Japan.

Im 16. Jahrhundert kamen die Gongs über den Seeweg nach Europa. Mindere Qualitäten wurden oft als Signalinstrumente für Essenszeiten eingesetzt. Der Einzug des Gongs in die westliche Musikwelt lasse sich auf das Jahr 1889 datieren.

Der Besitz eines Gongs stand früher als Zeichen von Wohlstand und Reichtum. Gongs werden meist aus Bronze gegossen und geschmiedet, evtl. werden Kupfer- und Zinnanteile zugegeben.

Wagner, die selbst einen Tam Tam-Gong mitgebracht hatte, verwies auf weitere Arten wie Fen Gongs und Buckel-Gongs. Gongs würden in vier Schritten hergestellt werden wie Gießen, Schmieden, Retuschieren sowie Stimmen.

Obertonreiche Töne wecken Emotionen und die Kreativität. Hierzu werde im Mittel- und Außenbereich gespielt. Je weiter man in das Innere dringe, desto tiefer und erdender würden die Töne. Die Schlägel werden wie bei den Klangschalen-Schlägeln eingesetzt: Je weicher und größer, desto wärmer, je härter und kleiner, umso höher und obertonreicher klingend.

Diese Einführung bildete den Übergang zu zwei entspannten, harmonisierenden und das Zeitgefühl verlierenden Klangreisen. Die Zuhörer erfuhren die Instrumente über ihre Gefühle und Empfindungen erfahren.Eine Verbundenheit mit den Tiefen des eigenen Selbst wurden vermittelt.

 

Cornelia Schulz


6. November 2019

Sehen und Wahrnehmen

Wenn das Zusammenspiel unserer beiden Augen nicht richtig funktioniert

Vortrag von Thomas Haug

Auf Einladung des Naturheilvereins Mosbach und Umgebung e. V. referierte der Augenoptikermeister und Optometrist Thomas Haug aus Bad Wimpfen in der Alten Mälzerei in Mosbach. Anhand von anschaulichen Bildern erklärte er detailliert wie die Zusammenhänge für unser Sehen funktionieren und wie bei Defiziten geholfen werden kann.

Jeder Mensch habe zwölf Hirnnerven, von denen vier direkt das Auge bzw. Sehen betreffen, das ist in erster Linie der Sehnerv, aber auch der Augenbewegungsnerv, der Augenrollnerv und der Augenabziehnerv und dazu noch der Gesichtsnerv, der die Bewegung der Augenlider mitsteuert. Insgesamt würden 70 % der Sinneswahrnehmung über das Auge erfolgen so Haug.

Das eigentliche Sehen, also die Gesamtheit der visuellen Wahrnehmung, sei das Ergebnis des Zusammenwirkens von verschiedenen Einzelfunktionen: Die Augenbewegungen dienen zur Orientierung und Klärung des eigenen Standorts, durch die Fixation ist der Standort des betrachtenden Gegenstandes möglich, dazu kommt das Scharfstellen und die Visualisierung.

Unbeschwertes und leistungsfähiges Sehen sei nur möglich, wenn alle Teilbereiche flüssig ineinandergreifen und sich nicht gegenseitig behindern oder ausschließen.

Visuelle Wahrnehmungsstörungen würden sich bei Kindern durch häufiges Augenreiben, Augenbrennen (Rötung), Kopfschmerzen, Lese- und Schreibprobleme und durch tollpatschiges Verhalten im Sinne von Anrempeln oder Übersehen von Dingen zeigen. Bei Erwachsenen seien zudem Ermüdungserscheinungen bei PC-Arbeit, Körperzwangshaltungen, Schmerzen und auch Burnout Indikatoren, um auch das „Sehen“ überprüfen zu lassen. Erstaunlich sei, welchen Einfluss die Augen auf die Körperhaltung habe. Haug zeigt anhand von praktischen Beispielen wie sich der Körper verhält, um gut zu sehen und Anspannungen entstehen können, wenn dies nicht so ganz möglich ist.

Auf die Lösungsmöglichkeiten eingehend, weist Haug auf die Anpassung von geeigneten Sehhilfen für die jeweilige Situation hin, aber auch visuelles Training (Scharfstellung, Augenbewegung) und die Anpassung von Prismenbrillen bei Winkelfehlsichtigkeit. „Winkelfehlsichtigkeit kann durch die Veränderung der Grundstellung der Augen ausgeglichen werden, Schielen nicht“, so Haug.

Wichtig ist ihm die ganzheitliche Betrachtungsweise, weil Vieles in einander greife. Er arbeite mit Osteopathen, Physiotherapeuten, Zahnärzten, Kieferorthopäden, Orthopäden, Podologen u. a. zusammen, um für den Patienten die bestmögliche Lösung zu finden.

Haug mache sich auch Gedanken über die Ursachen der zunehmenden Kurzsichtigkeit. Kurzsichtigkeit entstehe, in dem das Auge in die Länge gedehnt werde.

Das Umfeld der Kinder habe sich in den letzten Jahren stark verändert. Immer mehr Zeit werde vor dem Fernsehen, mit PC-Spielen, Facebook u. ä. in häufig schlecht beleuchteten Räumen verbracht. Diese stärker werdenden Anforderungen in der Nähe können ebenfalls zur Kurzsichtigkeit beitragen. Haug rät zu speziellen Kontaktlinsen, welche die Längendehnung des Auges verlangsamen und somit die Stärkenzunahme verringern. In Studien wurde hier eine Wirksamkeit von über 50 % nachgewiesen. Eine weitere Therapieform sei die Gabe von niedrig dosierten Atropintropfen.

Wichtig seien zudem Aktivitäten im Freien – mind. 2 Stunden täglich. Das Auge brauche helles Tages-/Sonnenlicht, um sich zu erholen, Schulpausen sollten im Freien ohne Smartphones verbracht werden. Grundsätzlich sei seine Empfehlung, die Nutzung der digitalen Technik auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Haug nahm sich noch viel Zeit, um die Fragen von betroffenen Eltern und den Fachfragen aus dem Publikum mit viel Wissen und Kompetenz zu beantworten.

Die Beirätin Cornelia Schulz weist zum Abschluss auf den nächsten Veranstaltungstermin des Naturheilvereins Mosbach, die Engelmeditation mit Anne Grimm am 28.12.19, hin. Eine Anmeldung hierzu sei nicht erforderlich. Das Programmheft für das Jahr 2020 sei bereits im Druck.

 Cornelia Schulz



10. November 2019

Einblicke in die Astrologie „Das Geburtshoroskop“ ein Seminar mit Maria Stock.

Dieses Seminar richtete sich an Menschen, die der Astrologie offen und neugierig begegnen. Die TeilnehmerInnen trafen sich am Samstag Nachmittag und beschäftigten sich mit Maria Stock mit dem Aufbau eines Horoskops  und dem Geburtshoroskop.

Anhand eines Beispielhoroskops konnten die TeilnehmerInnen Einblicke erhalten, welche Lebensthemen und -aufgaben in einem Horoskop sichtbar werden.

 In angenehmer Atmosphäre im Bildungshaus Neckarelz hat dieser Samstagnachmittag allen Beteiligten gut gefallen.

 Rolf Ehrle


19. Okt. 2019

Open Hands - eine meditative Art des Handauflegens Einführungskurs für die Anwendung bei sich selbst und anderen.

Birgit Wilms, Sonderschullehrerin, Lehrerin der Open Hands Schule leitete das Seminar in Aglasterhausen in angenehmer Atmosphäre über ein Wochenende.

 Das Handauflegen findet seit jeher in den verschiedenen Kulturen der Welt Anwendung. Das Wissen darüber und das Vertrauen in diese in uns Menschen angelegte Fähigkeit sind teilweise in Vergessenheit geraten und konnten in dem Seminar gut vermittelt werden.

 „Öffnen - geschehen lassen - danken“ so Birgit Wilm - kennzeichnet die Grundhaltung.

 Das Seminar wird wegen großer Nachfrage wiederholt. 

Anmeldungen direkt bei Birgit Wilm: 06262 5279

Rolf Ehrle


29. Juni 2019

Casa Medica

Ausflug des Naturheilvereins Mosbach in das Naturheilsanatorium Casa Medica Dallau

„…, wenn das Gute liegt so nah“, das dieses Zitat (frei nach J.W. von Goethe) aktueller und zeitgemäßer denn je ist, davon konnten sich rund 40 Gäste bei einem Besuch ins Naturheilsanatorium Christina Leser, veranstaltet vom Naturheilverein Mosbach, überzeugen. 

Geschickt verknüpfte Christina Leser in ihrem interessanten Vortrag die Geschichte des Hauses mit den angebotenen Therapien. Hier hat die Quellwasser-Dauerbrause als bewährte Hydrotherapie einen herausragenden Anteil, zumal das Brausen in Verbindung mit dem hauseigenen Quellwasser weltweit einzigartig ist. Entdeckt wurde die heilende, regenerierende und reinigende Wirkung der Dauerbrause im Jahre 1918 von dem Amerikaner C. Parasco. Ein Schüler von Pfarrer Kneipp, der Naturheilarzt Fr. Benedict Lust, forschte auf diesem Gebiet weiter, bis schließlich durch die Familie Dorschner der Erfolg der Dauerbrause nach Dallau geholt wurde. Seit dem Jahr 2006 setzte Familie Leser das bewährte Konzept fort und rundete das Angebot mit zum Konzept des Hauses passenden Therapien ab. 

Damit Menschen mit verschiedenen körperlichen Beschwerden (z.B.: Arthrose, Rheuma, Herz-Lungenerkrankungen usw.) leichter und effektiver ihre Leistungsfähigkeit steigern können, wird das RedHot-Regenerations-Training in einem von Karl Flanderka speziell entwickelten RedHot-Raum angeboten. Hier bewegt man sich bei hohen Temperaturen (ca. 60°-70°C) und extrem niedriger Luftfeuchtigkeit (ca. 10%) auf einem Crosstrainer oder Spinning-Rad im langsamen Ausdauerbereich. Die geringe Luftfeuchtigkeit erlaubt, dass das Herz-Kreislaufsystem, sowie die Lunge, wenig belastet werden. Durch die eingesetzte Strahlungswärme wird, wie auch bei der Dauerbrause – ein Hyperthermieeffekt erzielt, d.h. Wärme dringt in den Körper ein und erwärmt die Organe.

Spannend wird es auch bei der Therapie AVWF, der Audio-Visuellen-Wahrnehmungsförderung. Hierbei handelt es sich um eine Methode der „Gehirnstimulierung durch schallmodulierte Musik“, die ursprünglich für verhaltensauffällige und lernschwache Kinder entwickelt wurde, danach allerdings seinen Weg über burnoutgefährdete und dauerüberlastete Erwachsene bis in den internationalen Spitzensport fand. Frau Leser zeigte sehr eindrücklich ein dreistufiges Modell des Gehirns. Das Gehirn entwickelte sich im Laufe der menschlichen Evolution zu einer Art „Gehirngebäude“, wobei sich der älteste Gehirnteil im „Erdgeschoß“, das Limbische System in der „ersten Etage“ und der jüngste Teil, der „Cortex“, in der Chefetage befindet. Wie in einem Haus, sind alle drei Etagen miteinander verbunden, sind aber, bedingt durch unser bewegtes Leben, nicht immer im Gleichgewicht. Bei der AVWF-Methode werden Schallwellen in einem Musikstück derart moduliert, dass sie über in der Mittelohrmuskulatur gelegene Nervenfasern das autonome Nervensystem stimulieren und wieder in Balance bringen. Das Gehirn ist dann wieder in der Lage, schneller zu arbeiten und die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften wird verbessert.

Im Haus Casa Medica arbeiten viele Therapeuten zum Wohle des Gastes, angefangen beim Orthopäden Dr. Leser, Heilpraktikerin Sieglinde Küßner, bis hin zu Physiotherapeuten, Osteopathen und Masseuren.

Heilpraktikerin Sieglinde Küßner spannte in Ihrem Vortrag über „Irisdiagnose“ einen interessanten Bogen von einem Modell beider Augen mit dem Bezug zu den verschiedenen Organen (Histopographie) zur beispielhaften Vorstellung „echter“ Augen. Hierbei werden beide Augen fotografiert und stark vergrößert und schon waren die Gäste mittendrin in einer spannenden Entdeckungsreise, um den Geheimnissen der unterschiedlichen Farben, Strukturen und Veränderungen im Auge auf die Spur zu kommen. Es gibt genetisch veranlagte Zeichen, aber auch solche, die sich im Laufe unseres Lebens gebildet haben und dem Geschehen in unserem Körper ein „Bild“ verleihen. Je nachdem, was so ein Blick ins Auge offenbart, kann eine individuelle Therapie zum Einsatz kommen.

Der Ausflug ins Naturheilsanatorium wurde abgerundet durch die herausragende Verköstigung und das Abendessen mit biologischer Vollwertkost. Die Gäste konnten sich davon überzeugen, dass die angebotene Ernährung mit frischer biologischer Vollwertkost die Philosophie des Hauses abrundet. Ehrliche Lebensmittel und Kräuter werden in den hauseigenen Gärten liebevoll aufgezogen, frisch geerntet und direkt von Hand verarbeitet. Bei einer Kräuterführung mit Gabi Nießen lernten die Gäste alltägliche und besondere Kräuter bzw. Pflanzen kennen und erhielten einen Einblick zur Anwendung in der Küche oder in der Naturheilkunde.

Christina Leser ist es eine Herzensangelegenheit, den Gästen des Hauses ein für sie passendes Konzept anzubieten, sie zu verwöhnen und mit Herzlichkeit und Wärme ihren Aufenthalt zu begleiten. Dazu braucht es ein bewährtes großes Team mit Engagement, Herz und Freude, das in diesem Haus arbeitet. Dass dies gelingt, konnten die Besucher an der besonderen Atmosphäre, die die Casa Medica ausstrahlt, spüren. 

Ein großes Dankeschön an Frau Leser und das gesamte Team für den gelungenen Nachmittag. 

Gabi Nießen


September 2018

Scheckübergabe

Naturheilverein Mosbach und Umgebung e.V. unterstützt Mosbacher Grundschulen

 Mosbach.  Seit 1995 ist der Naturheilverein Mosbach und Umgebung e. V. mit seinen Ehrenamtlichen aktiv. Jährlich werden viele Vorträge und Seminare zu dem Motto „Bewusst Leben, gesund ernähren, natürlich heilen“ angeboten, um Menschen zu ermuntern, Ihren eigenen optimalen Weg in Sachen Selbstverantwortung und Gesundheit zu gehen. Ziel ist es, eine Vielfalt an Möglichkeiten aufzuzeigen und zu helfen, sich ein umfangreiches Wissen über die Ursachen von Krankheiten und Problemen aufzuzeigen. 

Im Juni hat der Naturheilverein die Mosbacher Grundschulen angeschrieben. Die Idee war, Projekte der Schulen zu unterstützen, die zu den 6 Säulen der Naturheilkunde passen, die auch der Dachverband, der Deutsche Naturheilbund, als Basis für das Leben aufgeführt hat. Das Spektrum, umfasst die Bereiche:  
Die Heilkraft der ERNÄHRUNG
PFLANZEN für Körper und Seele 
Lebensquell WASSER
BEWEGUNG ist Leben 
In der ORDNUNG liegt Kraft 
UMWELT bewusst wahrnehmen.

Sechs Mosbacher Grundschulen haben sich mit ganz tollen Projekten gemeldet und werden genau zum Beginn des neuen Schuljahres mit jeweils 300 € vom Naturheilverein gefördert. 

Dem Thema Ernährung widmen sich gleich drei Grundschulen: Die Grundschule Diedesheimmöchte sich mit neuen Küchengeräten für ihre Aktionen ausstatten, die Wilhelm-Stern-Schule initiiert ein Kartoffelprojekt und in der Grundschule Waldstadt sollen gemeinsame Frühstücke die Gemeinschaft stärken. 

Die Clemens-Brentano-Schule will ein Staudenbeet anlegen und die Lohrtalschule will ihre seit ein paar Jahren begonnenen Projekte im Klostergarten finanzieren. 

Und dass Bewegung Leben ist, zeigt die „bewegte Waldsteige Grundschule. Ein neues stabiles Fußballtor soll animieren und spielerische Freude bringen, gerade nach langem und anfangs ungewohntem Sitzen im Unterricht.

 Das Team des Naturheilvereins freut sich, durch ihr Engagement die natürliche Lebensweise, der Umgang mit Pflanzen und die Bewegung bei Kindern der Grundschulen unterstützten zu können. Zudem können sich die Lehrkräfte mit einem vom Naturheilverein finanzierten Abo der Zeitschrift „Der Naturarzt“ an vielen Informationen (auch Rezepten) bereichern.

Das Programm des Naturheilvereins Mosbach und Umgebung e.V. liegt öffentlich aus oder kann unter www.naturheilverein-mosbach.de aufgerufen werden.

 Cornelia Schulz

für den NHV Mosbach

 2018

Kinderhände

Glück ist kein Zufall

Der Therapeut, Pädagoge, Philosoph und Buchautor Dr. phil Ernst Fritz-Schubert aus Heidelberg referierte auf Einladung des Naturheilvereins Mosbach in der Alten Mälzerei zum Thema Glück.

Als damaliger Schulleiter an der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg führte er 2007 das Schulfach Glück ein. Mittlerweile wird dieses Fach an über hundert Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterrichtet. Außerdem gründete er 2009 das Fritz-Schubert- Institut in Heidelberg. Dieses entwickelt und vermittelt Techniken zur Stärkung der Persönlichkeit und des ganzheitlichen Wohlbefindens. Fritz-Schubert findet es wichtig, Schülerinnen und Schülern zusätzlich zu den Inhalten des Lehrplans eine „Lebenskompetenz“ zu vermitteln. Den für ihn sind Glück und Zufriedenheit erlernbar. Das Wort Glück kommt von „gelucken“ oder „gelingen“ und soll den Sinn des gegründeten Institutes,  (die Voraussetzung für ein gelingendes Leben) aufzeigen. 

In seinem interaktiven Vortrag stellte der Referent gleich die erste Frage: „Wie glücklich sind sie auf einer Skala von eins bis zehn? “ Erst bei sieben begannen sich die Zuhörer zu melden und bei acht hörten die Handzeichen auch schon auf. Damit erfülle man den Durchschnitt der Deutschen von 7,3 laut Weltglücksreport. Die Finnen gelten dort übrigens als die Glücklichsten. Die meisten der Deutschen halten Glück für Zufall. Doch „Glück haben“ und langfristig „glücklich sein“ sind für Fritz-Schubert jedoch zwei verschiedene Dinge. Natürlich gäbe es Schicksalsschläge, die wir nicht beeinflussen könnten, aber es brauche Kompetenz damit umzugehen.

Der Referent stellte die nächste Frage: „Wie zufrieden sind sie mit sich selbst?“ Ein positiver Selbstwert trage einen großen Teil zum positiven Wohlbefinden bei. 

„Welche Einflüsse haben sie langfristig glücklich gemacht?“ war die nächste Frage von Fritz-Schubert. Eine Frau meldete sich zu Wort und erzählte von einer schweren überstandenen Krankheit, die ihrem Leben eine positive Wende gebracht hat. Ein Mann erzählte von einer wichtigen Prüfung, die er bestanden hat. Das erreichen selbstgesteckter Ziele und die eigene Weiterentwicklung sind für den Referenten ein weiterer Punkt zum persönlichen Wohlbefinden. Lebensglück bestehe auch nicht darin ständig glücklich zu sein, meinte Fritz-Schubert. Wichtig für das eigene Wohlbefinden im persönlichen Sinne seien 6 Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen:

1.    Autonomie: dazu gehöre ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben.

2.    Positive Beziehungen: dazu gehöre ein stimmiges, positives Umfeld, in dem man sich wohl und geborgen fühle.

3.    Sinnfindung und Wertschöpfung: die eigenen Werte erkennen, sich die Frage zu stellen: „Ist es sinnvoll und wertvoll was ich tue?“ und die Fähigkeit zu reflektieren.

4.    Selbstwert: Selbstakzeptanz, ein stabiler Selbstwert ist wichtig. „Wer bin ich? was kann ich? was brauche ich? Was will ich? diese Fragen sollte man sich stellen.

5.    Persönliches Wachstum: „Was sind meine persönlichen Ziele?“, „Was tue ich dafür, um sie zu erreichen?“ seien nützliche Fragen. Die Komfortzone zu verlassen, etwas zu wagen und mutig zu sein mache Sinn.

6.    Umweltbedingungen: „Bin ich gefestigt?“ „Habe ich Kompetenzen um mit Krisen umzugehen?“, seien auch wichtige Fragen, die man sich stellen solle.

Glück ist wie ein Maßanzug sagte Fritz-Schubert. Jeder müsse seinen selbst finden und aufpassen, dass er nicht den des Nachbarn anhabe.

Schaffen sie den Sprung vom „Erdulder“ zum „Gestalter“, seien sie ihr eigener Lebenskünstler gab der Referent auf den Weg.

Übrigens das Schulfach „Glück“ kann in allen Schulen eingeführt werden, wenn Freiräume vorhanden sind, ob als Förderunterricht, Wahlfach, AG, Ethikunterricht….

www.fritz-schubert-institut.de

 gez. Monika Kretz